Grüner Kaffee im Überblick

Anwendung, Erfahrungen und Nebenwirkungen – alles was Sie wissen müssen

Viele Anbieter für Nahrungsergänzungsmittel zum Abnehmen bieten ihn an: Grüner Kaffee als Fatburner. Vor dem Kauf von Kapseln oder Pillen sollten Sie sich jedoch sorfgfältig darüber informieren, was Sie bei der Einnahme beachten müssen und was Sie vom grünen Kaffee-Extrakt erwarten können. Die Wirkung von Extrakt-Kapseln und Pulver aus ungerösteten Kaffeebohnen ist auf Chlorogensäure zurückzuführen. In unserem sorgfältig recherchierten Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie Sie mit grünem Kaffee abnehmen und was Sie bei der Anwendung beachten müssen, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

Ihrer Gesundheit zuliebe sollten Sie vor der Einnahme von sogenannten Schlankmachern und Fatburnern, Diät Drinks und anderen Nahrungsergänzungsmitteln immer zunächst verstehen, was genau Sie einnehmen und was es in Ihrem Körper bewirkt. Grüner Kaffee zählt zu den wenigen Pflanzen, die von der Wissenschaft gezielt auf die Förderung der körpereigenen Fettverbrennung untersucht werden. Entsprechend gibt es zahlreiche Studien über die Wirksamkeit von Kaffee als Fettverbrenner. In unserem Ratgeber gehen wir darauf ein, ob und wie gut der grüne Kaffee Menschen mit Gewichtsproblemen helfen kann, gesund abzunehmen.

Vorher – Nachher Vergleich aus den USA (Video aus 2014)

Fett verlieren mit Kaffee? Wirkung des Kaffees

Die gewichtsreduzierende Wirkung von frischem Kaffee, gemeint ist grüner Kaffee vor der Röstung, wurde erstmals von einem afrikanischen Ziegenhirten in der Provinz Kaffa im heutigen Äthiopien festgestellt. Der Hirte konnte beobachten, dass seine Ziegen immer sehr aktiv wurden und eine besondere Vitalität zeigten, nachdem sie sich von den roten und grünen Früchten der Kaffeepflanze ernährten. Auf diese Weise wurden Kaffeebohnen als Aufputschmittel entdeckt.

Grüner Kaffee wirkt sich positiv auf Körper und Geist aus
Die Kaffeepflanze wird seit Jahrhunderten für ihre heilenden Eigenschaften geschätzt

Der Hirte gab seine Beobachtungen weiter an Mönche und neugierige Menschen, die wiederum verschiedene Experimente mit den Bohnen durchführten, da sie die positive und teilweise sogar heilende Wirkung auf Kreislauf, Gehirn und Haut für sich nutzen wollten.

Die Samen der Kaffeepflanze wurden getrocknet und gemahlen – bis sich das klassische Rezept für die aromatische Zubereitung des äthiopischen Kaffees verbreitete. Das bittere aber sehr belebende Getränk wurde schnell beliebt.

Kaffee als Genuss- und Heilmittel gelang schnell von Afrika nach Amerika und ist heute weltweit ein großer Wirtschaftsfaktor, denn er treibt Menschen an, setzt neue Energien frei und ist eines der wirksamsten Mittel gegen Müdigkeit.

Heute ist gerösteter und aufgebrühter Kaffee aus unserem Alltag kaum wegzudenken. Fast jeder von uns besitzt eine Kaffeekapselmaschine oder einen Kaffeevollautomaten zum Mahlen von frischen Kaffeebohnen. Wir trinken ihn täglich und haben eine Genusskultur entwickelt, die bis zu Barista Kursen für Latte Art reicht. Kein Wunder also, dass die Wirkung des Kaffees auf den menschlichen Körper Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Studien geworden ist. Das Ergebnis der Forschung: Kaffeetrinker haben viele gesundheitliche Vorteile gegenüber Kaffeeverweigerern. Insbesondere der bestens bekannte Inhaltsstoff Koffein wirkt sich positiv auf die Leistungsfähigkeit des Konsumenten aus und reduziert das Risiko für verschiedene Krankheiten.

Auswirkungen des Koffeins auf den Körper

  • bessere körperliche Leistung
  • erhöhte Aufmerksamkeit
  • niedrigere Wahrscheinlichkeit für Herzerkrankungen
  • geringere Wahrscheinlichkeit für Lebererkrankungen

 

Koffein Wirkung auf den Körper: Grüner Kaffee enthält Koffein
Auswirkungen des Koffeins auf den Körper – Grüner Kaffee enthält allerdings wenig Koffein

Zur Erinnerung: Eine hohe körperliche Aktivität resultiert in einem hohen Kalorienverbrauch. Müdigkeit und Bewegungsmangel hingegen reduzieren den Kalorienverbrauch. Wer abnehmen möchte, muss aktiver werden. Kaffee hilft!

Warum soll es aber grüner ungerösteter Kaffee sein?

Die anregende Wirkung von Kaffee ist hauptsächlich auf das Koffein zurückzuführen (auch als Thein oder Tein bekannt). Diese Substanz kommt in vielen Pflanzen und Genussmitteln vor, etwa in Tee, Mate, Guaraná, Cola sowie in Energy-Drinks. Der Grund, warum grüner Kaffee beim Abnehmen hilft, liegt aber nicht am Koffein, der in grünen Bohnen ohnehin nur in geringer Konzentration vorkommt.

Chlorogensäure: Grüner Kaffee Wiki
Strukturformel der Chlorogensäure in grünem Kaffee (Quelle: Wikipedia)

Ungeröstete grüne Kaffeebohnen enthalten eine biologisch aktive chemische Verbindung namens Chlorogensäure (in wissenschaftlicher Literatur: Chlorogenic Acid).

Abnehmen mit Chlorogensäure kann durch die Einnahme von Kaffee-Extrakt in Pulverform oder als Kapseln bzw. Tabletten erfolgen. Je nach Chlorogensäuregehalt können unterschiedliche Ergebnisse entstehen. Die Wirkung von Chlorogensäure wird weiter unter erläutert. Zu beachten ist:

Wichtig für den grünen Kaffee zum Abnehmen: Chlorogensäure!

Chlorogensäure wird beim Röstverfahren abgebaut. Geröstete Bohnen haben daher eine deutlich geringere Chlorogensäure-Konzentration als grüne Kaffeebohnen.

Abnehmen durch Kaffee trinken?

Da Chlorogenic Acid beim Rösten verloren geht, macht es keinen Sinn, zum Abnehmen große Mengen an normalem Kaffee zu trinken. Wer nicht auf Kaffee-Extrakt-Kapseln und Pillen zurückgreifen möchte, kann aber grünen Kaffee zum trinken kaufen. Dieser schmeckt im Vergleich zum gerösteten Kaffee säuerlich, deutlich leichter und etwas grasig. Er schmeckt überhaupt nicht nach dem schwarzen Kaffee, wie wir ihn aus der Kaffeemaschine und von Kaffeevollautomaten kennen. Denn beim grünen Kaffee fehlt das Röstaroma gänzlich. Daher wird der Aufguss gelegentlich auch als Grüner Kaffee Tee bezeichnet. Empfehlenswert ist grüner Kaffee mit Ingwer, um den sauren Geschmack zu neutralisieren.

Dafür enthält ungerösteter grüner Kaffee deutlich mehr Vitamin C und B-Vitamine, pflanzliche Lipide und Aminosäuren sowie die beim Abnehmen helfende Chlorogensäure. Weitere Quellen für die Chlorogensäure sind Brennnesseln, Artischocken, Kartoffeln, Weißdorn und Roter Sonnenhut.

Anwendung: Wie grünen Kaffee einnehmen?

Um mit grünem Kaffee abzunehmen, können Sie auf Kaffee-Kapseln oder Kaffee-Pulver zurückgreifen. Diese bestehen aus dem Extrakt der grünen Kaffeebohnen. Ob Sie nun grünen Kaffee trinken oder Kaffee-Extrakt-Kapseln einnehmen, bleibt Ihnen überlassen. Die grünen Extrakt-Kapseln sind jedoch einfacher in der Dosierung, da Sie so ganz genau wissen, wie viel mg Chlorogensäure Sie mit einer Kapsel einnehmen. Rossmann, dm und Apotheken verkaufen die Kaspeln und Pulver des Kaffee-Extraktes.

Grüner Kaffee: Rossmann, dm und Apotheken verkaufen Pulver und Kapseln
Grüner Kaffee: Einnahme als Kapsel oder Pulver einfacher als Zubereitung des Getränks

Wenn Sie grünen Kaffee zum Abnehmen anwenden möchten, sollten Sie die Einnahme mit einer niedrigen Dosierung als Test beginnen.

Etwa 200 bis 300 mg Chlorogensäure sollten 20 Minuten vor einer Mahlzeit mit Flüssigkeit (am besten Wasser) eingenommen werden. Ideal sind Kapseln mit etwa 50% Chlorogensäure-Gehalt. Kaufen Sie beispielsweise Kaffee-Extrakt-Kapseln mit 500 mg Extrakt und 50% Chlorogensäure, so nehmen Sie mit jeder Kapsel 250 mg Chlorogensäure ein.

Zu empfehlen sind 3 Kapseln am Tag, also etwa 1200 mg Grüner Kaffee Extrakt (das sind ca. 600 mg Chlorogensäure pro Tag), immer vor dem Essen. In Studien zeigen niedrig dosierte Tabletten nur geringe Effekte auf das Körpergewicht. Um Nebenwirkungen zu vermeiden, ist es jedoch nicht ratsam deutlich höhere Dosen als 500 mg Kapseln pro Mahlzeit einzunehmen.

Nebenwirkungen des grünen Kaffees

Alles was eine pharmazeutische bzw. physiologische Wirkung besitzt, kann auch Nebenwirkungen mit sich bringen. In Untersuchungen an leicht übergewichtigen Menschen (mit BMI 25 bis 30) erwies sich grüner Kaffee-Extrakt jedoch als sehr gut verträglich. Erfahrungsberichte über eine Einnahmezeit von bis zu 6 Monaten zeigen keine allgemeinen Nebenwirkungen. Personen mit einem empfindlichen Magen sollten jedoch mit 1 bis 2 Kapseln am Tag beginnen und testen, ob die Chlorogensäure ihren Magen reizt, vergleichbar mit schwarzem Kaffee, der bei empfindlichen Menschen zu Magenreizungen führen kann. Eine Untersuchung der Pharmazeutischen Fakultät an der Universität Sao Paulo [1] zeigt in Tierversuchen dass die Chlorogensäure sogar eine Verbesserung von Magengeschwüren bewirkt.

Ohne Überdosierung ist grüner Kaffee Extrakt also gesundheitlich unbedenklich. Beachten Sie jedoch, dass grüner Kaffee auch Koffein enthält (wenn auch weniger als aufgebrühter schwarzer Kaffee). Wenn Sie Kapseln oder Pulver des Bohnen-Extraktes einnehmen, sollten Sie Ihren Kaffeekonsum auf 1-2 Tassen am Tag reduzieren, um Ihren Magen nicht zu überreizen und einen Gewöhnungseffekt an das Koffein zu vermeiden. Auch grüner Tee ist eine gute alternative zum täglichen Espresso, Cappuccino oder Latte Macchiato.

Positive Nebenwirkungen des grünen Kaffeebohnen-Extraktes

Eine positive Nebenwirkung beim grünen Kaffee Extrakt ist die Minderung oder zumindest Verlangsamung der Faltenbildung. Denn aufgrund ihrer antioxidativen Wirkung fängt die Chlorogensäure freie Radikale ab und macht diese unschädlich. Antioxidantien schützen die Hautzellen vor Stress und UV-Strahlung und wirken dadurch dem Alterungsprozess entgegen.

Chlorogensäure ist ein wirksames Antioxidans mit DNA-schützenden Eigenschaften!

Zudem verlangsamt dieses Polyphenol den Transport von Zucker ins Blut, weshalb in Tierversuchen in Großbritannien ein antidiabetischer Effekt nachgewiesen wurde.[2]

Wie wirkt die Chlorogensäure? Studien und Erfahrungen

Die Fatburner-Wirkung von Chlorogensäure wurde in mehreren wissenschaftlichen Studien untersucht. Vor allem in den USA brach nach der Veröffentlichung einiger Ergebnisse ein Hype um den grünen Kaffee aus und der Trend wurde durch die zahlreichen Erfahrungsberichte schnell auch in Deutschland erkannt. Zu den bekanntesten Studien zählt die Arbeit von Professor Dr. Joe Vinson von der University of Scranton in Pennsylvania, die 2012 im Fachjournal Diabetes, Metabolic Syndrome and Obesity: Targets and Therapy veröffentlicht wurde. [3]

Forschungsstudien und Erfahrungsberichte zeigen dass es funktioniert
Forschungsstudien zeigen: Cholesterin sinkt, Körperfett nimmt ab

In dieser Studie verabreichten Vinson und Kollegen grünen Kaffee-Extrakt in einer hohen Dosis und in deiner niedrigen Dosis an übergewichtige Teilnehmer. Nach knapp 6 Monaten hatten die Testpersonen im Schnitt 8 kg abgenommen, auch der Körperfettanteil hatte sich reduziert, ohne die Ernährung zu ändern.

Zuvor konnte eine Studie aus Südkorea in Laborversuchen an Mäusen zeigen, dass Chlorogensäure in der Lage ist, bestimmte Enzyme zu hemmen, die am Zucker- und Fettstoffwechsel beteiligt sind. Seitdem gibt es unzählige Experimente, die versuchen den Zusammenhang zwischen Grünem Kaffee und Gewichtsreduktion zu erklären. Vielversprechende Untersuchungen zeigen, dass die Gewichtsreduktion tatsächlich ohne Sport und ohne Diät oder Veränderungen am Essen möglich ist.

Den genauen Wirkmechanismus konnten die Wissenschaftler auch 2016 noch nicht entschlüsseln. Lediglich die DNA-schützende Wirkung der Chlorogensäure als Antioxidans konnte bereits hinreichend belegt werden.[4]

Zahlreiche Erfahrungsberichte von übergewichtigen Personen beschreiben eine positive Wirkung des Grünen Kaffees. In vielen Foren und Berichten ist gar die Rede von bis zu 12 kg Gewichtsverlust in 8 bis 10 Wochen. Die größte öffentliche Erfahrung mit weiblichen Versuchsteilnehmern lieferte ein amerikanischer Fernsehsender mit der Sendung The Dr. Oz Show. Etwa 100 weibliche Studiogäste verloren in dieser Show fast 1 Kilo pro Woche. Die Sendung und der Macher Dr. Oz wurden zurecht mit vielen kritischen Stimmen konfrontiert, da die Sendung den Verdacht der Schleichwerbung für bestimmte Hersteller und den Vorwurf der Nicht-Einhaltung der Trennung von Wissenschaft und kommerzieller Werbung nicht entkräften konnte.

Kaufen Sie grünen Kaffee nur von bekannten Marken

Die meisten Extrakt-Anbieter produzieren Kaffee-Pulver aus einer Mischung von verschiedenen Kaffeesorten. Meistens bleibt die genaue Zusammensetzung ein Geheimnis. Kaufen Sie grünen Kaffee-Extrakt daher immer nur von bekannten und vertrauenswürdigen Marken.

Zu den am häufigsten verwendeten Bohnensorten 2016 gehören:

  • Grüne Arabica Bohnen – beheimatet ist diese Kaffe-Art in Äthiopien, Sudan sowie Kenya und ist auch gleichzeitig die bekannteste Art für Kaffeegenießer. Arabica-Kaffee hat einen Weltmarktanteil von 60% . Die Bohnen sind sehr beliebt aufgrund ihres besonderen Aromas, daher haben Testsieger in so gut wie jedem Kaffee Test auch einen Arabica-Anteil.
  • Grüne Robusta Bohnen – hauptsächlich in West- und Zentralafrika beheimatet (Guinea und Uganda) beinhaltet Robusta-Kaffee doppelt so viel Koffein im Vergleich zur Arabica-Bohne. Robusta besitzt einen Weltmarktanteil von 36 %. Sehr beliebt ist diese Kaffeebohne unter Farmern aufgrund ihrer kürzeren Reifungsdauer.
  • Grüne Excelsa Bohnen – gilt als eher rar und hat nur 1% des Marktanteils. Das besondere an Excelsa-Kaffee ist, dass diese Pflanze auch auf getrocknetem Boden gut gedeihen kann und auch in regenarmen Jahren einen soliden Ertrag für die Bauern bringt.
  • Grüner Stenophylla Kaffee – Kommt aus Sierra Leone und Guinea. Besonders in Sierra Leone ist die Stenophylla Bohne recht bekannt, da mit dieser Kaffeesorte der bekannte Highland Coffee hergestellt wird.
  • Grüner Liberica Kaffee –  Eher unbekannte und unbedeutende Art. Besonders häufig vorzufinden ist die Liberica Bohne in der Republik Liberia und Westafrika.
  • Grüner Maragogype Kaffee – Eine erfolgreiche Kreuzung aus der Arabica und der Liberica Bohne. Die Maragogype Bohne ist größer als die üblichen Kaffeebohnen und wird in Mexiko sowie Nicaragua angebaut.

Quellen und weiterführende Literatur

Aktuelle Studien und Publikationen zum Thema „Abnehmen mit Grünem Kaffee bzw. Chlorogensäure“ finden Sie in englischer Sprache in der Datenbank der U.S. National Library of Medicine auf NCBI oder hier für Sie zusammengefasst: Grüner Kaffee zum Abnehmen

Weitere im Artikel zitierte Facharbeiten:

[1] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23128853?dopt=Abstract
[2] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14522730?dopt=Abstract
[3] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4206203/
[4] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23134416?dopt=Abstract

Bildnachweis:
Arabica coffee berries with agriculturist hands: © bonga1965 – Fotolia.com #74955106
Herb capsule: © utah778 – Fotolia.com #109975255
Laboratory technician holding a blood tube test: © angellodeco – Fotolia.com #73488967